#ZeroWaste – 10 Lebensmittel-Mythen im Faktencheck

10 Mythen – 1 Ziel: Weniger genießbare Lebensmittel wegwerfen! Wir haben uns für euch schlau gemacht und räumen mit falschem Irrglauben auf. 

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Rückseite der Packung zeigt, dass die Eier eigentlich schon seit 5 Tagen abgelaufen sind…jetzt stellt sich die Frage: Wegschmeißen oder nicht?!

Österreichische Haushalte werfen jährlich bis zu 157.000 Tonnen an Lebensmitteln weg, obwohl diese bei rechtzeitigem Konsum genießbar gewesen wären.

Doch wie erkennt man, ob Lebensmittel noch in Ordnung sind und muss man alles immer gleich wegwerfen?

Wir räumen heute mit 10 Mythen auf…

Supermarkt Regal
(C) NeONBRAND / Unsplash
  1. Mindesthaltbarkeitsdatum und Ablaufdatum sind dasselbe

Falsch!

Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten ist, können die Lebensmittel noch komplett in Ordnung sein. Laut AGES „[…] garantiert der Hersteller, dass das Produkt bei einer ordnungsgemäßen Lagerung seine volle Genusstauglichkeit mindestens bis zu diesem Zeitpunkt behält.“ Werden die Lebensmittel korrekt gelagert und von Schädlingen ferngehalten, können sie aber auch noch wesentlich länger genießbar sein. Beispiele dafür sind Mehl, Teigwaren oder Reis. Am wichtigsten ist, dass man immer seine Sinne einsetzt um die Lebensmittel zu kontrollieren: Schaut die Milch gut aus? Riecht sie gut? Schmeckt sie gut? 

Bei Fleisch wird oftmals das Verbrauchsdatum angegeben. Wenn dieses überschritten ist, sollten man die betreffenden Lebensmittel am besten entsorgen, denn sie können verderben, ohne dass man es bemerken würde. 

2. Schimmel kann man einfach wegschneiden

Falsch!

Wenn Schimmel ein Lebensmittel befallen hat – das erkennt man meistens durch eine weißliche oder grünliche pelzige Schicht – muss man das Produkt wegschmeißen. Der Schimmel kann sich, für das menschliche Auge nicht sichtbar, bereits im Inneren ausgebreitet haben. 

3. Aufgeblähte Packungen wirft man am besten in den Müll

Richtig!

Schon mal im Supermarkt eine aufgeblähte Milchpackung gesehen? Dann Hände weg! Konservendosen, Milch- oder Salatpackungen blähen sich auf, wenn Mikroorganismen sich vermehren und Gase produzieren – diese sind für den Menschen schädlich!

Eiscreme im Eiskasten
(C) Dev / Unsplash

4. Speiseeis kann nicht schlecht werden

Falsch!

Speiseeis ist ein Milchprodukt und hat daher sehr wohl ein Ablaufdatum. Durchschnittlich hält es rund ein Jahr im Tiefkühlfach. Ein Anzeichen dafür, dass Eis verdorben ist, wäre eine gummiartige Schicht, die sich auf der Oberfläche bildet.  

5. Kartoffel mit Keimen sollte man sofort wegschmeißen

Jein! 

Hier kommt es auf die Länge der Keime an. Sind sie noch winzig, dann reicht es aus die kleinen Keime großzügig wegzuschneiden. Ab einer Länge von 5 Zentimetern sollte man die Kartoffel allerdings nichts mehr essen. Das durchs Keimen entstehende giftige Solanin kann sich dann nämlich auch schon im Inneren der Knolle befinden.  

Eier in Packung
(C) Danielle MacInnes / Unsplash

6. Verdorbene Eier erkennt man erst wenn man sie aufschlägt

Falsch! 

Bei Eiern gibt es mehrere Möglichkeiten herauszufinden, ob sie noch genießbar sind, wie z.B. den Wassertest. Dafür das Ei in ein mit Wasser gefülltes Glas geben. Schwimmt es an der Wasseroberfläche, ist es verdorben. Bleibt das Ei am Boden liegen, ist es noch frisch und genießbar. Die Erklärung dahinter ist einfach: Bei alten Eiern bildet sich im Inneren mit der Zeit eine Luftblase, da Wasser aus dem Eidotter durch die Schale verdunstet. 

7. Brot kann man einfrieren, damit es länger haltbar ist

Richtig!

Wer kennt die Situation nicht: Man hat sich ein ganzes Laib Brot gekauft, aber man kommt einfach nicht dazu es aufzubrauchen. Kein Problem, denn Brot lässt sich ganz einfach portionsweise einfrieren und ist damit bis zu 6 Monate haltbar. Praktisch, nicht wahr? Noch ein kleiner Tipp: Brot am besten in einem Gefrierbeutel lagern, bei dem zuvor die Luft herausgedrückt wurde. Wenn man das Brot später essen möchte, ein paar Stunden auftauen lassen, danach mit Wasser bestreichen und für 5 Minuten bei 120°C im Ofen aufbacken. 

8. Frisches Obst und Gemüse hält länger, wenn man es im Kühlschrank aufbewahrt

Jein!

Das kommt auf die jeweilige Obst- oder Gemüsesorte an. Fans der Kälte sind: Gurken, Zucchini, Paprika, Salat, Blattgemüse, Kräuter, Äpfel, Beeren, Brokkoli und Birnen.

Tomaten hingegen verlieren ihr Aroma im Kühlschrank und sollten daher besser bei Zimmertemperatur gelagert werden. 

Kartoffeln mögen eine kühle und dunkle Umgebung, wie einen Keller oder die Speisekammer. Hat man diese Möglichkeit nicht, dann einfach ungewaschen in Zeitungspapier wickeln und bei Zimmertemperatur lagern. 

Zwiebeln und Knoblauch brauchen es trocken, daher bitte auf keinen Fall in den Kühlschrank legen – hier werden sie ganz schnell zu schimmeln beginnen. 

Auch Steinobst, Bananen und Zitrusfrüchte sollte man eher bei Zimmertemperatur lagern. 

Apfelkorb

(C) Annie Spratt / Unsplash

9. Äpfel sollte man nicht mit anderen Früchten in der Obstschale aufbewahren

Richtig!

Während des Reifungsprozesses produziert Obst ein Gas namens Ethylen. Äpfel verströmen eine besonders hohe Konzentration dieses Gases und bringen daher andere Obstsorten zum schnelleren Reifen, bzw. in weiterer Folge zum Verfaulen. Äpfel daher niemals mit anderen Obstsorten in einer Schale aufbewahren. 

10. Essensreste sollte man besser in Glas- statt in Plastikbehältern lagern

Richtig!

Im Gegensatz zu Glas reagiert Plastik chemisch und hat dadurch Auswirkungen auf den Inhalt des Behälters. Auch sonst haben Glasbehälter nur Vorteile: sie sind geruchsneutral, geschmacksneutral, sind leichter zu reinigen und kühlen besser. 

 

Kennt ihr noch Mythen rund um Lebensmittel und deren Aufbewahrung? Dann hinterlasst uns einen Kommentar! 

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Verfasst von

TWO FRIENDS EXPLORING THE WORLD OF FOOD.

4 Kommentare zu „#ZeroWaste – 10 Lebensmittel-Mythen im Faktencheck

  1. Diese lustigen falsch/ richtig Beiträge habe ich früher auch mal gemacht und das kam gut an ;-) Übrigens eignen sich ebenfalls Avocado für den Kühlschrank, dann reifen sie viel langsamer nach und Kartoffeln mit so langen Trieben kann man einfach im Garten eingraben und bekommt so neue Knollen, jedenfalls, wenn es noch nicht so spät im Jahr ist :-)

  2. oft wird das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Geschäft vorgegeben, wenn sie es beim Hersteller ordern. Da kann es gut sein, dass der Joghurt aus der selben Produkten im Laden A nur bis 15.10. haltbar ist und in Laden B bis zum 25.10….gab mal ein Doku dazu im TV. war echt sehr aufschlussreich

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